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Schokolade. Das bittere Geschäft

Der Film deckt die Schattenseiten unserer bunten (konventionellen) Schokoladenwelt und -industrie auf, die ihren bitteren Preis in Abholzung von geschütztem Regenwald, Sklaverei und Kinderarbeit haben. Am Beispiel der Elfenbeinküste wird der Zuschauer mit illegalen Kakaoplantagen als rechtsfreien Räumen konfrontiert, auf denen durch Menschenhändler angeheuerte Kinder mitunter jahrelang ohne Entlohnung schuften. Auch die Umwelt, für deren Schutz die Regierung zuständig wäre, leidet massiv unter dem Einsatz giftigster Chemikalien wie Glyphosat und dem steten Vordringen der Kakao-Monokulturen; der Klimawandel leistet der Verarmung der Region Vorschub, und das Geld selbst für zertifizierten Kakaoanbau kommt nicht immer bei den Bauern an. Was die Käuferseite betrifft, so sind die Lieferketten völlig intransparent: Den Zwischenhändlern und der die Bohnen verarbeitenden Industrie sind die Zustände auf den Plantagen häufig nur unzureichend bekannt oder sie werden verschleiert, obwohl die Händler bereits 2001 beschlossen hatten, das Problem anzugehen.

Tipp: Eine ethische und umweltbewusste Alternative zu der „bitteren Schokolade“ bietet beispielsweise die auf der Basis von ökologisch-sozialem Kakaoanbau in Agroforstsystemen nach den strengeren Naturland-Standards hergestellte Schokolade von dm (s. Innenseite der Schokoladenverpackung).

Weitere Hintergründe zum Thema Schokolade bietet der Film „Schmutzige Schokolade“

Kühl ohne Klimaanlage

Was den Bedarf an Klimaanlagen betrifft, so steigt dieser weltweit an – und gleichzeitig ist eine Verdreifachung des Stromanstiegs zu befürchten: Durch den Einsatz von Klimaanlagen vor allem auch in Privathaushalten sowie von Kältemitteln wird der Klimawandel bzw. die Erderwärmung zusätzlich begünstigt. Dabei existieren längst Lösungen für das Temperatur- und Belüftungsproblem, wie exemplarisch das Gebäude 22/26 in Lustenau (Österreich) zeigt: dieses benötigt – bei einer konstanten Temperatur zwischen 22 und 26 Grad – weder Heizung noch Klimaanlage. Das Vorbild findet diese innovative Architektur (mit dämmendem Mauerwerk, tiefliegenden Fenstern, hellem Putz und Lüftungssystem) in alten Schlösser und Burgen. Der Beitrag liefert auch Tipps, was beim heutigen Hausbau zu beachten ist, um sowohl für Bewohner als auch Umwelt möglichst klimaoptimal zu bauen  und stellt schließlich als Positivbeispiel eines öffentlichen Gebäudes die Müllverbrennungsanlage Spittelau von Friedensreich Hundertwasser vor.

Strom to go. Batterien für die Energiewende

Der Film stellt innovative deutsche Unternehmen vor, die sich mutig an der europäischen Aufholjagd gegenüber der asiatischen Batterieherstellung und -forschung beteiligen. Die Anforderungen an Batterien sind heutzutage vielfältig, vor allem sollen diese schnellladefähig sein und eine lange Laufzeit besitzen; andererseits besteht nach wie vor das Explosionsrisiko. Neben optimierter Haltbarkeit und Sicherheit der Batterien, muss das Ziel zudem darin bestehen, die Umwelt- und CO2-Bilanz zu verbessern, das heißt, die Recycling-Quote, die EU-weit bei nur 50 % liegt (Kabel sogar eingerechnet), zu erhöhen sowie weniger Kobalt zu benötigen. Als Beispiel hierfür wird die Lithium-Schwefel-Batterie genannt. Des Weiteren liefert der Beitrag hilfreiche Verbrauchertipps, um das Leben der Batterie etwa des eigenen Smartphones zu verlängern. Originell ist auch die Einrichtung im Amsterdamer Stadion, das bei Stromausfall keine Dieselgeneratoren benötigt, sondern von ausrangierten Batterien aus Elektroautos gespeist wird. Das Fazit auch dieser Dokumentation lautet, es müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um in Deutschland energietechnisch ernsthaft voran zu kommen.

Mikroautos. Die fetten Jahre sind vorbei

(Spiegel-Artikel von Jürgen Pander, 20.08.2020)

Wenn auch begrifflich nicht ganz klar differenziert wird zwischen Mini- und Mikromobilität (unter Letztere fallen beispielsweise E-Scooter), wird in dem Spiegel-Artikel kritisch auf unsere zunehmend mit überdimensionierten Autos überfüllten Innenstädte geblickt und es werden mehrere neue elektrisch angetriebene Mobilitätsalternativen vorgestellt. Interessant an dem Beitrag ist vor allem, dass man neue Konzepte präsentiert bekommt, deren Entwicklung und Existenz noch nicht unbedingt jedermann bekannt ist. Einerseits sind einige innovative Modelle dabei, die möglicherweise Zukunftspotenzial besitzen, andererseits ist nicht zu vergessen, dass auch durch die Produktion dieser emissionsfreien Verkehrsmittel generell neues Material in die Welt bzw. den Kreislauf gelangt, das irgendwann recycelt werden muss; zudem kommen auch diese Gefährte natürlich nicht ohne Batterien aus seltenen Erden aus, deren Gewinnung ökologisch und ethisch meist höchst problematisch verläuft.

Die Reparatur-Revolution: Weiternutzen statt wegwerfen

Analog zu den Lebensmittelrettern, haben wir es in dieser Folge der Serie „plan b“ mit den „Technikrettern“ (und Rettern generell von non-food-Gegenständen) zu tun: Man wird mit der fatalen Tatsache konfrontiert, dass eine Reparatur in Deutschland „prinzipiell nicht vorgesehen“ ist. In dieser Hinsicht war es früher tatsächlich besser, und man sollte an der damals herrschenden Einsicht anknüpfen, dass sich reparieren (wieder) lohnt und vor allem, dass damit allererst eine adäquate Wertschätzung der Dinge einhergeht: „Weniger kaufen, mehr reparieren“, sollte die Devise sein. Während Reparaturcafés den meisten bereits bekannt sind, ist das „Kreislaufgeschäft“ in Belgien in Deutschland eher unbekannt: Hier werden nicht mehr benötigte Dinge aller Art kostenlos bei Privatpersonen abgeholt und in dem besagten Laden günstig weiter verkauft; der soziale Aspekt ist hierbei also zweifach, da auf diese Weise auch noch Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem sind alle dort verkauften technischen Geräte überarbeitet und haben ein Jahr Garantie! Der Bericht thematisiert auch die notwendigen Gesetzesänderungen, etwa das „Recht auf Reparatur“ für den Verbraucher sowie die Forderung nach einer Bereitstellung von Ersatzteilen und gegen die künstlich verkürzte Lebensdauer von Produkten („geplante Obsoleszenz“).

Der wahre Preis unserer Lebensmittel

Ein knapper und einleuchtender Bericht über bzw. gegen „das Märchen, dass Bio-Lebensmittel erheblich teurer seien als konventionelle“. Im Rahmen eines Vergleichsanbaus zeigt sich, dass eine konventionelle Produktion zwar auf den ersten Blick ertragreicher ist, rechnete man dagegen die Folgekosten mit ein, ergäbe sich faktisch ein erheblich höherer Preis für konventionelle als für biologisch erzeugte Nahrungsmittel.

Plastik überall

Kunststoffpartikel lassen sich heutzutage in Salz, Bier, natürlich in unserem (Trink)Wasser und sogar in der Quelle des Rheins nachweisen, was ohnehin schon erschreckend ist. Weitaus unbekannter hingegen ist die Tatsache, dass sich die Untersuchungsgegenstände verschiedener Berufsgruppen aufgrund der menschengemachten Verschmutzung der Umwelt durch Plastik gewandelt haben: Eine Mikrobiologin etwa beschäftigt sich nun nicht mehr mit Plankton, sondern mit dem Mikroplastik in unseren Gewässern; die Arbeit eines Geologen hat sich ‚von Gestein zu Plastik’ verschoben: demonstrativ hält dieser ein Original-Präservativ in die Kamera, das im Gebirge fossilisiert ist! Er fordert, die „Umwelt“ als „Unswelt“ zu bezeichnen, um wieder ein engeres Verhältnis zur Natur zu gewinnen, was bereits der Naturethiker Klaus Michael Meyer-Abich im vergangenen Jahrhundert mit dem Begriff der „Mitwelt“ anmahnte.

Manche Aspekte der Dokumentation sind kritisch zu betrachten, etwa, dass die prinzipiell lobenswerte Plastic Bank, die armen Menschen eine Perspektive bietet, gleichzeitig die Firmen animiert, ihre Produkte weiterhin in Plastik zu verpacken und der (westliche) Kunde dem Trugschluss aufsitzt, wenn er diese kaufe, tue er (nur) etwas Gutes. Dennoch lautet das stimmige Fazit (des Films): „Plastik ist nicht per se negativ, überdacht werden muss jedoch der menschliche Umgang damit.“ Ermutigend ist, dass sich seither bereits ein wenig in puncto Plastik zum Positiven verändert hat, dies zeigt beispielsweise das ab Sommer 2021 EU-weit geltende Verbot von Trinkhalmen und Einweggeschirr aus Kunststoff.

Karrageen, Karragheen bzw. Carrageen, Carragheen

Bei Karrageen (auch Karragheen, Carrageen oder Carraghen) handelt es sich um eine getrocknete Rotalge, die zwar auch als Heilmittel verwendet wird, gleichzeitig aber unter dem Verdacht steht, Krebs zu befördern. Karrageen wird heutzutage zahlreichen konventionellen Milchprodukten wie beispielsweise Sahne oder Puddings zugesetzt, um eine besonders homogene und cremige Konsistenz zu erzeugen. Auch konventionellen Trockenenprodukten wie etwa Puddingpulver wird Karrageen beigefügt. Wer möglichst naturbelassene Milchprodukte ohne Zusatzstoffe bevorzugt, sollte auf biologische Lebensmittel dieser Produktkategorie zurückgreifen, da diese in der Regel frei von Karrageen sind, allerdings auch eine natürliche Aufrahmung (oben an der Flasche oder dem Aludeckel) aufweisen. Diese lässt sich leicht z. B. mit einem Teigschaber entfernen und durch vorsichtiges Rühren mit einem langen Löffel mit der restlichen Flüssigkeit vermischen.

Europas dreckige Ernte. Das Leid hinter dem Geschäft mit Obst und Gemüse

Dass Sklaverei keineswegs ausgerottet ist, sondern heutzutage sogar mitten in Europa stattfindet, ist einigen Konsumenten bereits bekannt: Dies zeigt sich etwa in Almeria, Spanien, wo massenhaft Obst und Gemüse auch für deutsche Supermärkte unter Plastikplanen in riesigen Gewächshäusern angebaut wird. Vermutlich vielen eher unbekannt sind die Verhältnisse in Italien, vorwiegend in Kalabrien und Sizilien, wo es den Erntehelfern in der Regel noch schlechter geht als jenen in Spanien. Besonders erschreckend an dieser Dokumentation ist, dass hier nicht nur das unermessliche Leid der Erntearbeiter, sondern auch die Aussichtslosigkeit der Landwirte, die die Arbeiter beschäftigen, dargestellt wird, welche von dem unerbittlichen Preisdumping der Konzerne/Supermärkte abhängig sind.

Zum Verzehr geeignet

In der 30-minütigen Dokumentation werden mehrere junge Menschen vorgestellt, die auf kreative Weise ganz unterschiedliche Wege finden, der Vernichtung preisgegebene Lebensmittel, die aber noch einwandfrei „zum Verzehr geeignet“ sind, vor dem Müllcontainer zu retten. Besonders originell ist die Idee, aus geretteten Kartoffeln und Brot ein spezielles Bier zu brauen oder der Tipp, transparente Abfalleimer einzuführen, um die Menge an Lebensmittelabfällen in Großküchen zu reduzieren.